Mieten oder Kaufen Rechner: Was lohnt sich 2026 mehr?
Mieten und in ETFs investieren — oder kaufen und Vermögen in der Immobilie aufbauen? Unser Rechner vergleicht beide Szenarien über bis zu 40 Jahre und zeigt dir den Break-even-Punkt, an dem sich der Kauf rechnet. Mit korrekter ETF-Besteuerung, Bundesland-genauen Kaufnebenkosten und transparenten, forschungsbasierten Standardwerten.
Zuletzt aktualisiert: Februar 2026
Kaufen
Mieten
Kapitalanlage & Zeitraum
≈ 4,89 % netto (nach Abgeltungssteuer + Soli, mit Teilfreistellung)
Gib Kaufpreis und Kaltmiete ein, um Mieten und Kaufen zu vergleichen.
Mieten oder Kaufen: Die wichtigste Finanzentscheidung
Mieten oder Kaufen ist die wahrscheinlich größte finanzielle Entscheidung deines Lebens. Es geht um Hunderttausende Euro, Jahrzehnte der Bindung und eine Weichenstellung, die dein Vermögen massiv beeinflusst. Trotzdem wird diese Entscheidung oft emotional getroffen: nach Bauchgefühl, Familientradition oder dem Druck steigender Mieten.
Unser Rechner ersetzt Emotion durch Daten. Er nutzt die Methode des Endvermögensvergleichs: Was hast du nach 10, 20 oder 30 Jahren, als Käufer oder als Mieter, der den Eigenkapital-Betrag stattdessen investiert? Beide Szenarien starten mit exakt demselben Geld, aber der Weg ist grundverschieden.
Spoiler: Es gibt keine pauschale Antwort. Ob Kaufen oder Mieten besser ist, hängt von deiner individuellen Situation ab: Kaufpreis, Miethöhe, Zinsniveau, Anlagehorizont und Wertsteigerung. Genau diese Variablen kannst du oben einstellen und live vergleichen.
Das Ziel: Eine fundierte Entscheidung, die du in 20 Jahren nicht bereust, egal ob du dich für Mieten oder Kaufen entscheidest.
So funktioniert der Vergleich: Käufer vs. Mieter
Der Rechner vergleicht zwei Szenarien mit identischem Startkapital. Das ist entscheidend, denn nur so ist der Vergleich fair.
Szenario Käufer: Du setzt dein Eigenkapital als Anzahlung ein, nimmst einen Kredit auf und zahlst monatlich Zins + Tilgung. Dazu kommen die Kaufnebenkosten (8,5–15 %), laufende Instandhaltung und Grundsteuer. Nach der Kreditlaufzeit gehört dir die Immobilie, hast aber jahrzehntelang Kapital gebunden.
Szenario Mieter: Du investierst dein Eigenkapital plus die gesparten Kaufnebenkosten sofort in ein breit diversifiziertes ETF-Portfolio. Jeden Monat investierst du zusätzlich die Differenz zwischen deiner Miete und der hypothetischen Kreditrate. Das Depot wächst durch Zinseszins.
Das Prinzip: Beide Seiten starten mit demselben Geld und derselben monatlichen Belastung. Am Ende vergleicht der Rechner das Nettovermögen: Immobilienwert abzüglich Restschuld beim Käufer vs. Depotwert abzüglich Kapitalertragsteuer beim Mieter.
Break-even: Wann lohnt sich der Kauf?
Der Break-even-Punkt ist der Zeitpunkt, ab dem der Käufer ein höheres Nettovermögen hat als der Mieter. Vorher wäre Mieten die bessere Wahl gewesen, danach lohnt sich der Kauf zunehmend.
Typische Break-even-Zeiträume liegen bei 10 bis 18 Jahren. Das bedeutet: Wer weniger als 10 Jahre in der Immobilie wohnen will, fährt fast immer besser mit Mieten. Bei 20+ Jahren Horizont wird der Kauf oft attraktiver, aber nicht automatisch.
Die drei größten Hebel auf den Break-even:
- •Kaufpreis-Miete-Verhältnis (KMV): Je teurer der Kauf relativ zur Miete, desto länger dauert der Break-even.
- •Zinsniveau: Höhere Zinsen verteuern den Kauf und verschieben den Break-even nach hinten.
- •Wertsteigerung der Immobilie: Je stärker der Wert steigt, desto früher rechnet sich der Kauf.
Im Rechner oben siehst du den Break-even-Punkt live in der Grafik , dort wo sich die beiden Vermögenskurven kreuzen.
Kaufpreis-Miete-Verhältnis: Die wichtigste Kennzahl
Das Kaufpreis-Miete-Verhältnis (KMV) gibt an, wie viele Jahreskaltmieten du für den Kaufpreis zahlen müsstest. Formel: Kaufpreis ÷ Jahreskaltmiete. Ein KMV von 25 bedeutet: Du zahlst 25 Jahresmieten für die Immobilie.
Der deutschlandweite Durchschnitt liegt aktuell bei 24–26×. In München oder Hamburg sind Werte über 30 üblich, in ländlichen Regionen teils unter 15. Die Kennzahl zeigt auf einen Blick, ob der Kauf in deiner Region relativ günstig oder teuer ist.
| KMV | Bewertung | Einordnung |
|---|---|---|
| ≤ 20 | Günstig | Kauf lohnt sich häufig, kurzer Break-even |
| 20–25 | Neutral | Kauf kann sich lohnen, individuelle Prüfung nötig |
| 25–30 | Teuer | Kauf lohnt sich nur bei langer Haltedauer |
| > 30 | Sehr teuer | Mieten ist oft die bessere Wahl |
Das KMV ist ein erster Indikator. Der Endvermögensvergleich im Rechner oben berücksichtigt zusätzlich Zinsen, Tilgung, Wertsteigerung und ETF-Rendite.
Versteckte Kosten beim Kauf: Opportunitätskosten nicht vergessen
Der Kaufpreis ist nur die Spitze des Eisbergs. Wer ehrlich rechnet, muss die tatsächlichen Gesamtkosten berücksichtigen, und die werden systematisch unterschätzt.
Kaufnebenkosten (8,5–15 %): Grunderwerbsteuer, Notar, Grundbuch und ggf. Makler. Bei einem Kaufpreis von 400.000 € sind das 34.000 bis 60.000 €. Dieses Geld ist sofort weg und schafft keinen Gegenwert. Unser Kaufnebenkosten-Rechner zeigt dir die genaue Summe.
Opportunitätskosten des Eigenkapitals: Dein Eigenkapital (z. B. 80.000 €) steckt nach dem Kauf in der Immobilie und arbeitet nicht mehr am Kapitalmarkt. Bei 7 % ETF-Rendite wären das über 30 Jahre rund 530.000 € entgangenes Wachstum. Dieser Posten wird am häufigsten vergessen.
Instandhaltungsrücklage: Planen solltest du mit ca. 1,0–1,5 % des Immobilienwerts pro Jahr. Bei 400.000 € sind das 4.000–6.000 € jährlich für Dach, Heizung, Fenster und unvorhergesehene Reparaturen.
Grundsteuer: Je nach Gemeinde und Grundstück 500–2.000 € pro Jahr. Durch die Grundsteuerreform 2025 können sich die Beträge regional deutlich verschieben.
Immobilität: Eine Immobilie bindet dich an einen Standort. Jobwechsel, Familienwachstum oder Verkleinerung sind mit hohen Transaktionskosten verbunden (nochmals 8–12 % beim Verkauf und Neukauf).
Klumpenrisiko: Dein gesamtes Vermögen steckt in einem einzigen Asset, an einem einzigen Standort. Fällt der lokale Immobilienmarkt, trifft es dich voll, anders als bei einem breit diversifizierten ETF-Portfolio.
Aktuelle Zinsen und Marktlage 2026
Nach der Zinswende 2022 haben sich die Bauzinsen auf einem deutlich höheren Niveau als in der Nullzinsphase eingependelt. Die EZB hat die Leitzinsen seit Ende 2024 leicht gesenkt, aber die Zeiten von 1 %-Bauzinsen sind vorbei.
| Zinsbindung | Richtwert Sollzins | Rate bei 300.000 €* |
|---|---|---|
| 5 Jahre | ~3,2 % | 1.300 € |
| 10 Jahre | ~3,5 % | 1.375 € |
| 15 Jahre | ~3,8 % | 1.450 € |
| 20 Jahre | ~4,0 % | 1.500 € |
*Bei 2 % Anfangstilgung, Stand Februar 2026. Individuelle Konditionen hängen von Bonität, Eigenkapital und Objekt ab.
Was heißt das konkret? Ein halber Prozentpunkt mehr Zins kostet dich bei 300.000 € Darlehen rund 125 € pro Monat, also über 10 Jahre ca. 15.000 € zusätzlich. Der Rechner oben berücksichtigt das automatisch für deinen individuellen Vergleich.
Wertsteigerung von Immobilien: Mythos und Realität
„Immobilien steigen immer im Wert“: Dieser Satz ist einer der hartnäckigsten Mythen der Finanzwelt. Die Daten sagen etwas anderes.
Laut Studien der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) und Analysen von Gerd Kommer lag die reale Wertsteigerung (nach Abzug der Inflation) von Wohnimmobilien in Deutschland über lange Zeiträume bei nur rund 0,1 % pro Jahr. Der Immobilienboom 2010–2021 war eine historische Ausnahme, getrieben durch Niedrigzinsen und Nachholeffekte.
Die Korrektur 2022–2025 hat gezeigt, dass Immobilienpreise auch fallen können, in manchen Regionen um 10–20 % vom Höchststand. Für die Zukunft ist eine nominale Wertsteigerung von ca. 2 % pro Jahr (also ungefähr Inflationsausgleich) ein realistischer Richtwert.
Im Rechner kannst du die Wertsteigerung individuell einstellen. Wir empfehlen einen konservativen Wert (1–2 % nominal) und einen optimistischen (3–4 %) als Sensitivitätsanalyse.
Mieten und in ETF investieren: Die Alternative
Die Alternative zum Immobilienkauf ist nicht „Geld vermieten“, sondern Mieten plus systematisches Investieren. Wer die Differenz zwischen Kreditrate und Miete konsequent in einen weltweit diversifizierten ETF investiert, baut ebenfalls Vermögen auf.
Der MSCI World Index hat über die letzten 50 Jahre eine nominale Rendite von 8–9,7 % pro Jahr erzielt. Nach Abzug der Abgeltungssteuer (26,375 % inkl. Solidaritätszuschlag) und unter Berücksichtigung der Teilfreistellung von 30 % für Aktienfonds verbleiben real ca. 5–6 % nach Steuern.
Vorteile der ETF-Strategie: Maximale Diversifikation über Tausende Unternehmen weltweit, hohe Liquidität (Anteile jederzeit verkaufbar), niedrige Kosten (TER unter 0,2 %), kein Klumpenrisiko und keine Instandhaltungskosten. Außerdem profitierst du vom Zinseszinseffekt auf das gesamte investierte Kapital.
Wichtig: Der Rechner berücksichtigt die Abgeltungssteuer korrekt. Das Endvermögen des Mieters wird nach Steuern ausgewiesen, denn nur so ist der Vergleich mit dem schuldenfreien Immobilienbesitzer fair.
Häufige Fragen zum Mieten-oder-Kaufen-Vergleich
Kaufen lohnt sich vor allem, wenn du die Immobilie mindestens 10–15 Jahre halten willst, das Kaufpreis-Miete-Verhältnis unter 25 liegt und die Zinsen moderat sind. Je länger du hältst, desto mehr profitierst du von der Tilgung (= Vermögensaufbau) und der Wertsteigerung. Bei kurzer Haltedauer (< 7 Jahre) überwiegen meist die Kaufnebenkosten, die beim Kauf sofort anfallen.
Das hängt von vielen Faktoren ab: Kaufpreis, Zinssatz, Miete, Wertsteigerung und der Rendite einer alternativen Kapitalanlage. Nutze unseren Rechner, um deinen individuellen Fall durchzurechnen. Als grobe Faustregel: Wenn das Kaufpreis-Miete-Verhältnis unter 20 liegt und du > 15 Jahre bleibst, ist Kaufen meist günstiger.
Empfohlen sind mindestens 20–30 % des Kaufpreises plus die gesamten Kaufnebenkosten (8,5–15 %). Beispiel: Bei einem Kaufpreis von 350.000 € und 10,5 % Nebenkosten (36.750 €) solltest du ~107.000–142.000 € Eigenkapital mitbringen. Weniger ist möglich, führt aber zu einer höheren monatlichen Rate und oft zu schlechteren Zinskonditionen.
Das Kaufpreis-Miete-Verhältnis (auch Vervielfältiger oder Kaufpreisfaktor) berechnet sich als Kaufpreis geteilt durch die Jahreskaltmiete. Ein Wert von 25 bedeutet: Du zahlst den 25-fachen Jahresmietzins. Werte unter 20 gelten als günstig, über 25 als teuer. In deutschen Großstädten liegt der Faktor aktuell bei 25–35.
Neben der Kreditrate fallen an: Instandhaltungsrücklage (~1 % des Kaufpreises/Jahr, nach Petersscher Formel), Grundsteuer (300–800 €/Jahr je nach Kommune), bei Eigentumswohnungen Hausgeld (3–4,50 €/m²/Monat), Gebäudeversicherung und ggf. Rücklagen für größere Sanierungen. Diese Kosten gehören in jeden Mieten-Kaufen-Vergleich.
Höhere Zinsen machen den Kauf teurer, aber auch die Kaufpreise passen sich an. Entscheidend ist nicht der Zins allein, sondern das Gesamtpaket: Kaufpreis, Zinssatz, verfügbares Eigenkapital und die vergleichbare Miete. Bei 3,5 % Zins kann sich Kaufen immer noch lohnen, wenn der Kaufpreis im Verhältnis zur Miete fair ist (Faktor < 25) und du ausreichend Eigenkapital hast.
Opportunitätskosten beschreiben den entgangenen Gewinn, den dein Eigenkapital in einer alternativen Anlage (z.B. ETF) erwirtschaftet hätte. 100.000 € Eigenkapital bei 6 % Rendite ≈ 6.000 € entgangene Erträge pro Jahr. Plus die Kaufnebenkosten (z.B. 36.750 €), die der Mieter ebenfalls investieren kann. Diese „versteckten Kosten“ machen den Kauf teurer als die reine Kreditrate vermuten lässt.
Als Faustregel: mindestens 10–15 Jahre. In den ersten Jahren fressen die Kaufnebenkosten (8,5–15 %) den Vorteil auf. Dieses Geld ist beim Kauf sofort weg und muss erst durch Wertsteigerung und Tilgung wieder „verdient“ werden. Nutze unseren Rechner, um den genauen Break-even für deinen Fall zu ermitteln.
Es kann sich lohnen, aber es hängt von deiner Disziplin ab. Der MSCI World hat historisch 8–9,7 % pro Jahr erzielt (nach Steuer ~5 %). Wenn du konsequent die gleiche Summe sparst und investierst, die ein Käufer für Kredit + Nebenkosten aufwendet, kannst du langfristig ein vergleichbares oder höheres Vermögen aufbauen. Der entscheidende Vorteil des Kaufens ist die „erzwungene Sparwirkung“: Die Kreditrate muss gezahlt werden, während die ETF-Sparrate Disziplin erfordert.
Die Wertsteigerung ist einer der empfindlichsten Parameter. Schon ±1 % jährliche Wertsteigerung verschiebt den Break-even um mehrere Jahre. Langfristig lag die reale Wertsteigerung in Deutschland bei nur ~0,1 %/Jahr (Gerd Kommer / BIZ-Daten). Nominal (mit Inflation) sind ~2 %/Jahr realistisch. Wer mit 4–5 % rechnet, stützt sich auf die Ausnahmephase 2010–2021 und könnte enttäuscht werden.
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