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SachwertverfahrenBewertung & Standort

Immobilienbewertung-Rechner: Kostenlos den Wert deiner Immobilie schätzen

Was ist deine Immobilie wert? Unser kostenloser Rechner schätzt den Marktwert nach dem Sachwertverfahren — mit Bodenrichtwerten für alle 401 Landkreise, aktuellen Baupreisen und transparenter Berechnung. Für eine erste Orientierung bei Kauf, Verkauf oder Finanzierung.

Zuletzt aktualisiert: Februar 2026

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Hinweis: Diese Wertschätzung basiert auf dem vereinfachten Sachwertverfahren mit Kreis-Durchschnittswerten für Bodenrichtwerte. Die Genauigkeit liegt bei ca. ±20 %. Für eine rechtsverbindliche Bewertung (Kauf, Verkauf, Erbschaft, Gericht) empfehlen wir ein Gutachten durch einen zertifizierten Sachverständigen. Die verwendeten Bodenrichtwerte sind Kreisdurchschnitte — der tatsächliche Wert kann je nach Mikrolage erheblich abweichen.

Immobilienbewertung: Warum den Wert deiner Immobilie kennen?

Der Wert einer Immobilie ist keine abstrakte Zahl. Er hat konkrete Auswirkungen auf dein Vermögen und deine Entscheidungen. Ob du kaufen, verkaufen, erben, dich scheiden lässt oder deine steuerliche Situation klären willst: In all diesen Fällen brauchst du eine belastbare Wert­einschätzung.

Beim Kauf schützt dich eine fundierte Bewertung davor, zu viel zu zahlen. Beim Verkauf verhinderst du, deine Immobilie unter Wert abzugeben. Bei Erbschaft und Scheidung bildet der Verkehrswert die Grundlage für die Aufteilung des Vermögens. Und das Finanzamt setzt den steuerlichen Wert für Erbschafts- und Schenkungssteuer fest, oft nach eigenen Regeln, die du kennen solltest.

In Deutschland gibt es drei offizielle Bewertungs­verfahren: das Vergleichswertverfahren (basierend auf tatsächlichen Verkaufspreisen vergleichbarer Objekte), das Ertragswertverfahren (für vermietete Objekte, basierend auf den erzielbaren Mieteinnahmen) und das Sachwertverfahren (basierend auf den Herstellungskosten abzüglich Alterswertminderung).

Unser Rechner nutzt ein vereinfachtes Sachwertverfahren, um dir eine kostenlose erste Orientierung zu geben. Er ersetzt kein Gutachten, liefert aber eine solide Grundlage, um den Wert deiner Immobilie realistisch einzuschätzen, in wenigen Minuten und ohne Anmeldung.

Das Sachwertverfahren einfach erklärt

Das Sachwertverfahren beantwortet eine einfache Frage: Was würde es kosten, dieses Gebäude heute neu zu bauen, und wie viel ist es durch Alter und Abnutzung weniger wert? Das Ergebnis ist der vorläufige Sachwert, der anschließend mit einem Marktanpassungs­faktor multipliziert wird.

Schritt 1 – Bodenwert ermitteln: Die Grundstücks­fläche wird mit dem Bodenrichtwert multipliziert. Beispiel: 600 m² Grundstück × 250 €/m² = 150.000 € Bodenwert. Der Boden verliert keinen Wert durch Alterung.

Schritt 2 – Gebäudesachwert berechnen: Hier kommen die Normal­herstellungs­kosten (NHK) ins Spiel. Die Wohnfläche wird mit den NHK pro Quadratmeter multipliziert und mit dem aktuellen Baupreis­index angepasst. Davon wird die Alterswert­minderung abgezogen, also der Wertverlust durch das Alter des Gebäudes. Zustandsmerkmale wie Modernisierungen oder Mängel fließen als Korrekturfaktoren ein.

Schritt 3 – Vorläufiger Sachwert: Bodenwert + Gebäudesachwert = vorläufiger Sachwert. Dieser wird anschließend mit einem regionalen Marktanpassungsfaktor korrigiert.

Wann wird das Sachwertverfahren eingesetzt? Typischerweise bei Einfamilienhäusern, Doppelhaus­hälften und Reihenhäusern, also immer dann, wenn zu wenige Vergleichs­verkäufe vorliegen, um ein Vergleichs­wertverfahren anzuwenden. Bei Eigentumswohnungen in Mehrfamilienhäusern ist dagegen das Vergleichs­wertverfahren der Standard.

Was sind Bodenrichtwerte und woher kommen sie?

Der Bodenrichtwert (BRW) ist der durchschnittliche Lagewert des Bodens pro Quadratmeter in einer bestimmten Zone. Er wird von den Gutachterausschüssen für Grundstückswerte ermittelt, die bei jeder Kommune oder jedem Landkreis angesiedelt sind. Gesetzliche Grundlage ist §196 BauGB.

Die Gutachterausschüsse werten alle Immobilienverkäufe in ihrem Zuständigkeitsbereich aus. Notare sind verpflichtet, jeden Kaufvertrag zu melden. Aus diesen realen Transaktionsdaten werden Bodenrichtwerte abgeleitet, in der Regel alle zwei Jahre, in einigen Bundesländern sogar jährlich. Die Ergebnisse sind öffentlich zugänglich.

Die zentrale Anlaufstelle für Bodenrichtwerte in ganz Deutschland ist BORIS-D (Bodenrichtwert­informations­system für Deutschland). Dort kannst du den Bodenrichtwert für jede Adresse in Deutschland kostenfrei abfragen. Einige Bundesländer bieten zusätzlich eigene Portale mit detaillierteren Informationen.

Wichtig: Der Bodenrichtwert ist nicht gleich der Bodenwert deines konkreten Grundstücks. Der BRW bezieht sich auf ein typisches Referenz­grundstück in der jeweiligen Zone. Abweichungen in Größe, Zuschnitt, Lage innerhalb der Zone, Erschließung oder Bebaubarkeit können den tatsächlichen Bodenwert nach oben oder unten verschieben.

Für unseren Rechner gibst du den Bodenrichtwert für deine Adresse ein. Tipp: Schau bei BORIS-D nach dem aktuellen Wert. Falls du ihn nicht kennst, kannst du mit einem Richtwert starten und experimentieren, wie sich verschiedene Bodenwerte auf dein Ergebnis auswirken.

Normal­herstellungs­kosten (NHK): Was kostet ein Neubau?

Die Normalherstellungskosten (NHK) geben an, was es kosten würde, ein vergleichbares Gebäude heute neu zu errichten, ohne Grundstück, aber inklusive aller Baukosten, Nebenkosten und Ausstattung. Sie bilden das Herzstück des Sachwertverfahrens.

Grundlage sind die NHK 2010, eine amtliche Tabelle des Bundesministeriums, die Herstellungskosten pro Quadratmeter nach Gebäudetyp und Ausstattungs­standard differenziert. Typische Werte für Wohngebäude liegen zwischen 700 und 1.400 €/m² (Basisjahr 2010). Ein freistehendes Einfamilienhaus mit gehobener Ausstattung liegt deutlich über einem einfachen Reihenhaus.

Da die NHK 2010 auf dem Preisniveau von 2010 basieren, müssen sie mit dem Baupreisindex des Statistischen Bundesamts (Destatis) auf das aktuelle Preisniveau hochgerechnet werden. Seit 2010 sind die Baukosten massiv gestiegen: Der Index lag Ende 2025 bei rund 165–170 Punkten (Basis 2010 = 100). Das bedeutet, dass ein Neubau heute etwa 65–70 % mehr kostet als noch 2010.

Die Ausstattungs­qualität hat erheblichen Einfluss auf die NHK. Ein Gebäude mit einfacher Ausstattung (Standardbad, PVC-Böden, einfache Fenster) wird mit deutlich niedrigeren Kosten bewertet als eines mit gehobener Ausstattung (Fußbodenheizung, Parkettböden, elektrische Rollläden, Wärme­pumpe).

Unser Rechner verwendet die NHK 2010 als Basis und rechnet automatisch mit dem aktuellen Baupreisindex hoch. Du wählst Gebäudetyp und Ausstattungs­standard aus – der Rest passiert im Hintergrund.

Alterswertminderung: Warum alte Gebäude weniger wert sind

Ein Gebäude verliert über die Jahre an Wert: durch Abnutzung, Alterung der Baustoffe und technische Veralterung. Diesen Wertverlust nennt man Alterswertminderung. Sie wird im Sachwert­verfahren als prozentualer Abschlag vom Gebäude­neuwert berechnet.

Die Berechnung folgt dem Prinzip der linearen Abschreibung über die wirtschaftliche Gesamt­nutzungs­dauer des Gebäudes. Die Formel: Alterswertminderung = Gebäudealter ÷ Gesamtnutzungs­dauer. Ein 30 Jahre altes Einfamilienhaus mit 80 Jahren Gesamtnutzungs­dauer hat eine Alterswertminderung von 37,5 %, ist also noch 62,5 % des Neuwerts wert.

GebäudetypGesamtnutzungsdauer
Einfamilienhaus (massiv)80 Jahre
Doppelhaushälfte / Reihenhaus80 Jahre
Mehrfamilienhaus80 Jahre
Fertighaus (Holzständer)60–70 Jahre
Gewerbegebäude50–60 Jahre

Modernisierungen verlängern die Restnutzungsdauer. Wer sein Dach neu deckt, die Heizung tauscht oder Fenster erneuert, setzt das wirtschaftliche Alter des Gebäudes effektiv zurück. Eine Kern­sanierung kann die Restnutzungs­dauer um 20–30 Jahre erhöhen und damit den Gebäudewert deutlich steigern.

Tipp: Prüfe mit unserem Energieeffizienz-Schnellcheck, welchen energetischen Zustand dein Gebäude hat. Energetische Sanierungen verbessern nicht nur die Energiebilanz, sondern wirken sich auch positiv auf die Restnutzungs­dauer und damit auf den Sachwert aus.

Marktanpassung: Warum Sachwert und Marktwert nicht gleich sind

Der vorläufige Sachwert sagt dir, was deine Immobilie rein rechnerisch wert ist, basierend auf Boden­wert und Herstellungs­kosten abzüglich Alterung. Doch der tatsächliche Marktwert, also der Preis, den ein Käufer bereit ist zu zahlen, weicht häufig erheblich davon ab. Der Grund: Angebot und Nachfrage.

In begehrten Metropolen wie München, Hamburg oder Frankfurt übersteigt die Nachfrage das Angebot bei Weitem. Hier liegt der Marktwert typischerweise 30 bis 50 % über dem rechnerischen Sachwert. Käufer zahlen einen Aufschlag für die Lage, die Infrastruktur, Arbeitsplätze und Lebensqualität. Der sogenannte Marktanpassungs­faktor liegt hier bei 1,3 bis 1,5.

Umgekehrt verhält es sich in strukturschwachen ländlichen Regionen, etwa in Teilen von Sachsen-Anhalt, Thüringen oder Mecklenburg-Vorpommern. Dort liegt der Marktwert oft 20 bis 30 % unter dem Sachwert. Das Gebäude mag substanziell in Ordnung sein, aber die geringe Nachfrage drückt den erzielbaren Preis. Der Marktanpassungs­faktor kann hier bei 0,7 bis 0,8 liegen.

Die Gutachterausschüsse veröffentlichen regionale Marktanpassungs­faktoren, die genau diese Differenz quantifizieren. Unser Rechner lässt dich den Faktor manuell einstellen, damit du verschiedene Szenarien durchspielen kannst. Als Faustregel: In Großstädten mit Zuzug eher 1,2–1,5, auf dem Land eher 0,7–1,0.

Wann brauche ich ein professionelles Gutachten?

Unser Rechner liefert dir eine solide erste Einschätzung, aber es gibt Situationen, in denen ein zertifiziertes Verkehrswertgutachten unerlässlich ist. Denn nur ein von einem öffentlich bestellten und vereidigten Sachverständigen erstelltes Gutachten hat rechtliche Beweiskraft.

Kauf oder Verkauf mit hohem Transaktionswert: Bei Immobilien ab ca. 500.000 € lohnt sich die Investition in ein Gutachten fast immer. Die Kosten von 1.500–3.000 € stehen in keinem Verhältnis zu einer Fehleinschätzung von 50.000 € oder mehr.

Erbschaft und Schenkung: Das Finanzamt ermittelt den Wert deiner Immobilie selbst, oft mit pauschalen Methoden, die zu einem überhöhten Wert führen. Ein Gutachten kann den tatsächlichen Marktwert nachweisen und so die Erbschafts- oder Schenkungs­steuer erheblich senken.

Scheidung und Zugewinnausgleich: Bei einer Scheidung muss das gemeinsame Vermögen aufgeteilt werden. Der Immobilienwert ist dabei oft der größte Posten. Ein neutrales Gutachten schafft Klarheit und verhindert endlose Streitigkeiten.

Beleihungswert für die Bank: Banken ermitteln den Beleihungswert intern. Wenn du aber nachweisen kannst, dass deine Immobilie mehr wert ist als die bankeneigene Einschätzung, kannst du bessere Konditionen verhandeln. Unser Kaufnebenkosten-Rechner hilft dir dabei, die Gesamtkosten im Blick zu behalten.

GutachtenartTypische KostenEinsatzzweck
Kurzgutachten500–1.500 €Orientierung, Verkaufsplanung
Vollgutachten1.500–3.000+ €Gericht, Finanzamt, Erbschaft
Beleihungsgutachten800–1.500 €Bankfinanzierung

Unser Tipp: Nutze den immotap-Rechner als erste Orientierung und für eine realistische Erwartungshaltung. Wenn dein Ergebnis Fragen aufwirft oder du rechtssichere Zahlen brauchst, hole dir ein professionelles Gutachten. So gehst du optimal vorbereitet ins Gespräch mit dem Gutachter.

Immobilienpreise in Deutschland 2026: Regionale Unterschiede

Der deutsche Immobilienmarkt ist kein einheitlicher Markt, sondern ein Mosaik aus hunderten lokalen Märkten mit extrem unterschiedlichen Preisniveaus. Die Spanne reicht von unter 800 €/m² in ländlichen Regionen Sachsen-Anhalts bis über 12.000 €/m² in Münchner Bestlagen. Wer eine Immobilie bewerten will, muss diese regionalen Unterschiede kennen.

Die teuersten Standorte (Bestandsimmobilien, €/m²): München führt mit 6.000–12.000 €/m², gefolgt von Frankfurt (4.000–7.000), Hamburg (3.500–6.500), Berlin (3.500–6.000) und Stuttgart (3.000–5.500). In diesen Städten liegen die Markt­anpassungs­faktoren deutlich über 1,0. Der Marktwert übersteigt den Sachwert regelmäßig.

Die günstigsten Regionen: In Sachsen-Anhalt, Thüringen und Teilen Brandenburgs sind Bestandsimmobilien für 800–1.500 €/m² erhältlich. Hier kann der Sachwert den Marktwert sogar übersteigen, weil die Herstellungs­kosten höher sind als das, was Käufer bereit sind zu zahlen.

Marktentwicklung 2022–2026: Nach dem Boom 2010–2021 folgte die Zinswende 2022 mit spürbaren Preiskorrekturen von 5–15 % je nach Region. Die Jahre 2024 und 2025 brachten eine Stabilisierung auf breiter Front. Anfang 2026 zeichnet sich eine leichte Erholung ab, insbesondere in den Großstädten, getrieben durch nachlassende Bautätigkeit und anhaltende Nachfrage. In ländlichen Regionen bleibt die Entwicklung dagegen verhalten.

Für deine Bewertung bedeutet das: Der Standort ist der wichtigste Wertfaktor, wichtiger als Baujahr, Ausstattung oder Energieeffizienz. Nutze neben unserem Rechner auch den Wohnflächen-Rechner, um die korrekte Wohnfläche zu ermitteln, denn sie ist die Basis jeder Bewertung pro Quadratmeter.

Häufige Fragen zur Immobilienbewertung

Was ist das Sachwertverfahren?

Das Sachwertverfahren ermittelt den Immobilienwert aus zwei Komponenten: dem Bodenwert (Grundstücksfläche × Bodenrichtwert) und dem Gebäudesachwert. Der Gebäudesachwert basiert auf den Neubaukosten eines vergleichbaren Gebäudes (Normalherstellungskosten), abzüglich einer Alterswertminderung für das tatsächliche Alter. Das Verfahren wird vor allem für selbstgenutzte Wohnimmobilien wie Einfamilienhäuser eingesetzt, bei denen keine Mieteinnahmen zur Bewertung herangezogen werden können.

Was ist ein Bodenrichtwert?

Der Bodenrichtwert ist der durchschnittliche Wert pro Quadratmeter Grundstücksfläche in einer bestimmten Zone. Er wird von den Gutachterausschüssen der Kommunen alle zwei Jahre auf Basis tatsächlicher Verkaufspreise ermittelt (§ 196 BauGB). Unser Rechner arbeitet mit Kreisdurchschnittswerten. Für den exakten Bodenrichtwert deiner Adresse nutzt du am besten das offizielle BORIS-Portal.

Wo finde ich den genauen Bodenrichtwert meiner Adresse?

Den offiziellen Bodenrichtwert findest du auf bodenrichtwerte-boris.de, dem zentralen Portal der Gutachterausschüsse. In den meisten Bundesländern ist die Abfrage kostenlos. Ausnahme: In Bayern ist der Zugang kostenpflichtig. Alternativ kannst du den Bodenrichtwert auch direkt beim Gutachterausschuss deiner Gemeinde oder Stadt anfragen.

Was sind Normalherstellungskosten (NHK)?

Die Normalherstellungskosten geben an, was es kosten würde, ein vergleichbares Gebäude heute neu zu errichten. Sie basieren auf den NHK 2010 (Anlage 24 der Immobilienwertermittlungsverordnung, ImmoWertV) und werden mit dem aktuellen Baupreisindex auf das heutige Preisniveau hochgerechnet. Die NHK berücksichtigen Gebäudeart, Ausstattungsstandard und Bruttogrundfläche und bilden die Grundlage für den Gebäudesachwert im Sachwertverfahren.

Wie wird die Alterswertminderung berechnet?

Die Alterswertminderung wird linear über die Gesamtnutzungsdauer des Gebäudes berechnet. Ein Einfamilienhaus hat typischerweise eine Gesamtnutzungsdauer von 80 Jahren. Ist das Gebäude 40 Jahre alt, beträgt die Alterswertminderung 50 %, der Gebäudesachwert halbiert sich also. Durchgeführte Modernisierungen (z. B. neue Heizung, Dach, Fenster) können die Restnutzungsdauer verlängern und so die Wertminderung reduzieren.

Warum weicht der Sachwert vom tatsächlichen Marktpreis ab?

Der Sachwert bildet die Herstellungskosten ab, nicht Angebot und Nachfrage. In begehrten Lagen wie München oder Hamburg liegt der tatsächliche Marktpreis oft deutlich über dem Sachwert, weil die Nachfrage das Angebot übersteigt. In strukturschwachen Regionen mit Bevölkerungsrückgang kann der Marktpreis hingegen unter dem Sachwert liegen, weil die Herstellungskosten höher sind als das, was Käufer zu zahlen bereit sind.

Für welche Immobilien eignet sich das Sachwertverfahren?

Das Sachwertverfahren eignet sich am besten für selbstgenutzte Wohnimmobilien: Einfamilienhäuser, Doppelhaushälften und Reihenhäuser. Für Eigentumswohnungen ist das Vergleichswertverfahren besser geeignet, da es auf tatsächliche Verkaufspreise ähnlicher Wohnungen in der Umgebung zurückgreift. Für Mehrfamilienhäuser und Gewerbeimmobilien wird das Ertragswertverfahren verwendet, das den Wert aus den erzielbaren Mieteinnahmen ableitet.

Brauche ich ein Gutachten für den Hausverkauf?

Ein Gutachten ist für den privaten Hausverkauf nicht gesetzlich vorgeschrieben, aber empfehlenswert. Es schafft Verhandlungssicherheit und Vertrauen beim Käufer. Ein Kurzgutachten (Marktwerteinschätzung) kostet ca. 500–1.500 €, ein Vollgutachten (Verkehrswertgutachten nach § 194 BauGB) liegt bei 1.500–3.000 € oder mehr. Zwingend erforderlich ist ein Verkehrswertgutachten bei Erbschaftsstreitigkeiten, Scheidungsverfahren und steuerlichen Bewertungen gegenüber dem Finanzamt.

Was beeinflusst den Wert einer Immobilie am stärksten?

Der wichtigste Faktor ist die Lage. Sie macht rund 50 % des Immobilienwerts aus und lässt sich nicht verändern (Makrolage: Stadt/Region, Mikrolage: Straße/Nachbarschaft). An zweiter Stelle stehen Zustand und Modernisierungsgrad: energetische Sanierung, neue Heizung oder ein modernisiertes Bad können den Wert um 10–20 % steigern. Drittens spielen Größe und Nutzbarkeit eine Rolle: Wohnfläche, Grundstücksgröße, Raumaufteilung und Ausbaupotenzial (z. B. Dachgeschoss).

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